18
Mrz
2013
12

Textrezepte 89 – Anrede

Die Anrede ist ein Element eines geschäftlichen oder privaten Schreibens, in dem die Beziehung zur angeschriebenen Person und der eigene Stil zum Ausdruck kommen. Im Vergleich zu den früheren starren Formulierungen ist heute vieles erlaubt – und sollte daher umso überlegter eingesetzt werden:

Standardanrede früher:

Sehr geehrter Herr Meier

Anrede heute:

Persönliche Anreden:

Sehr geehrte Frau Meier = klassisch, neutral, formell, kann distanziert wirken

Lieber Herr Muster = vertraut

Grüezi Frau Beispiel = sympathisch, nett

Guten Tag Herr Müller = neutral

Einen schönen guten Tag Frau Huber = aufgestellt, kann übertrieben wirken

Guten Abend Herr Meier = neutral

Hoi Hans = vertraut, freundschaftlich

Lieber Hans Muster = modern, lässt Duzen oder Siezen zu (Serienbriefe)

Hallo Frau Weber = kann im Geschäftsumfeld salopp wirken

Sehr geehrter Herr Professor Meier = bei der Anrede nur den höchsten Titel erwähnen

Sehr geehrte Frau Dr. Müller = der Doktortitel wird abgekürzt

Unpersönliche Anreden

Sehr geehrte Damen und Herren = klassisch, neutral, kann etwas „altbacken“ wirken

Guten Tag = neutral

Grüezi mitenand = sympathisch, nett

Liebes Muster-Team = sympathisch, nett

Geschätzte Interessenten = neutral

Liebe Weinfreunde* = interessensspezifisch, sympathisch

Hallo zusammen = kann im Geschäftsumfeld salopp wirken

Liebe Mitarbeiterinnen, liebe Mitarbeiter (liebe MitarbeiterInnen = bitte vermeiden)

Geschätzte Kundinnen und Kunden = neutral, etwas förmlich

Anreden für mehrere Personen

Sehr geehrter Herr Muster, liebe Doris (Brieftext = „Sie“-Ansprache)

Liebe Frau Meier, lieber Herr Meier

Geschätztes Ehepaar Meier

Liebe Familie Meier

Schöner bei zwei Personen ist die untereinander aufgelistete Anrede:

Guten Tag Herr Huber

Guten Tag Frau Müller

Zuerst die Frau oder den Mann erwähnen?

Bei Privatpersonen erwähnt man der Höflichkeit halber zuerst die Frau. Im geschäftlichen Bereich richtet sich die Ersterwähnung nach dem hierarchischen Rang der Personen.

 

FAZIT: Anrede situationsgerecht auswählen, je nachdem, wie gut man den Ansprechpartner oder die Ansprechpartnerin kennt bzw. in welcher Beziehung man zueinander steht.

* Das gemeinsame Interesse der Adressatengruppe einsetzen.